The Great Flood
Daten und Fakten zum Film
Inhaltsangabe
Eine gigantische Flut hat große Teile der Erde unbewohnbar gemacht. Während das Ende der Zivilisation unmittelbar bevorsteht, suchen mehrere Menschen Schutz in einem mehrstöckigen Wohnhaus, das bereits teilweise unter Wasser steht.
Im Mittelpunkt steht die Wissenschaftlerin Gu An-na, die gemeinsam mit ihrem Sohn und weiteren Überlebenden versucht, dem steigenden Wasser zu entkommen. Je weiter die Flut vordringt, desto deutlicher wird, dass es nicht nur um physisches Überleben geht, sondern auch um moralische Entscheidungen in einer ausweglosen Situation.
↑ Zurück zum MenüAusführlicher Inhalt
Der Film beginnt mit weltweiten Nachrichtenbildern über eskalierende Naturkatastrophen. Extremregen, schmelzende Polkappen und überlastete Dämme führen dazu, dass große Küstenregionen unbewohnbar werden. Trotz öffentlicher Beschwichtigungen wird deutlich, dass die globale Flutkatastrophe nicht mehr aufzuhalten ist. In einer anonymen Metropole lebt die Klimawissenschaftlerin Gu An-na mit ihrem Sohn in einem mehrstöckigen Wohnhaus. Als Warnmeldungen eintreffen, ist eine Evakuierung bereits unmöglich – das Wasser erreicht die Stadt schneller als prognostiziert.
Innerhalb weniger Stunden werden die unteren Etagen des Hauses überflutet. Strom, Aufzüge und Kommunikationsnetze fallen aus. Die Bewohner flüchten in höhere Stockwerke, doch mehrere Menschen sterben bei dem Versuch, das Gebäude zu verlassen. Gu An-na erkennt, dass das Haus vorerst die einzige Überlebenschance darstellt. Sie versucht, Ordnung in das Chaos zu bringen, stößt jedoch auf Angst, Misstrauen und zunehmenden Egoismus innerhalb der Gruppe.
Während das Wasser weiter steigt, spitzen sich die Konflikte zu. Vorräte werden knapp, Verletzte können kaum versorgt werden. Gu An-na nutzt ihre wissenschaftlichen Kenntnisse, um den zeitlichen Verlauf der Flut zu analysieren, und kommt zu einer erschütternden Erkenntnis: Die Katastrophe war nicht plötzlich, sondern das Ergebnis jahrzehntelang ignorierter Warnungen. Interne Rückblenden und Dialoge zeigen, dass politische Entscheidungsträger frühzeitig über das Ausmaß informiert waren, jedoch wirtschaftliche Interessen über den Schutz der Bevölkerung stellten.
Als das Wasser die oberen Stockwerke erreicht, zerfällt die Gemeinschaft endgültig. Eine kleine Gruppe übernimmt gewaltsam die Kontrolle über die letzten trockenen Bereiche. Es kommt zu Todesfällen und Opfern, bis Gu An-na mit ihrem Sohn und wenigen Überlebenden das Dach erreicht. Von dort aus blicken sie auf eine vollständig überflutete Stadt. Kurz darauf werden sie von einem Evakuierungsteam geborgen – scheinbar die Rettung in letzter Sekunde.
Nach dieser Rettung beginnt der Film jedoch, sich sichtbar zu wiederholen. Szenen aus dem ersten Filmdrittel tauchen erneut auf: dieselben Nachrichtenmeldungen, dieselben Dialoge, dieselben Entscheidungen. Kleine Abweichungen fallen auf. Erst allmählich wird klar, dass Gu An-na diese Ereignisse nicht zum ersten Mal erlebt. Die Perspektive wechselt schließlich in den Weltraum: Gu An-na befindet sich auf einer Raumstation, die als letztes wissenschaftliches Archiv der Menschheit dient.
Die Auflösung zeigt, dass die Flutkatastrophe die Erde bereits vor langer Zeit unbewohnbar gemacht hat. Gu An-na ist eine der letzten Überlebenden der Menschheit. Die zuvor gezeigten Ereignisse sind Teil einer Simulation – einer immer wieder neu gestarteten Rekonstruktion der letzten Tage vor dem Untergang. Ziel der Simulation ist es, einen Punkt zu finden, an dem die Menschheit anders gehandelt hätte. Doch jede Durchläufe endet identisch: mit Versagen, Ignoranz und Zerstörung.
In der letzten Szene beendet Gu An-na einen weiteren Simulationsdurchlauf. Sie blickt aus dem Fenster der Raumstation auf die überflutete Erde. Ihr Sohn existiert nur noch innerhalb der Simulation – als Erinnerung und Motivation zugleich. Statt einen neuen Durchlauf zu starten, löscht sie das Programm endgültig. Der Film endet mit der stillen Erkenntnis, dass es keinen rettenden alternativen Ausgang mehr gibt – nur das Wissen um die Fehler, die zum Untergang geführt haben.
↑ Zurück zum MenüKritik & Rezension
The Great Flood verzichtet weitgehend auf spektakuläre Zerstörungsorgien und konzentriert sich stattdessen auf ein klaustrophobisches Szenario. Regisseur Kim Byung-woo erzählt die Katastrophe aus der Perspektive weniger Figuren und erzeugt so eine spürbare Beklemmung.
Die schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Kim Da-mi und Park Hae-soo, tragen den Film über seine lange Laufzeit. Nicht alle dramaturgischen Ideen zünden vollständig, und das Drehbuch wirkt stellenweise überladen. Dennoch hebt sich der Film durch seine ernste Tonlage und den Fokus auf menschliche Reaktionen positiv vom üblichen Katastrophenkino ab.
74 von 100 Punkten.
↑ Zurück zum MenüDaten & Fakten
Originaltitel: The Great Flood
Produktionsland: Südkorea
Erscheinungsdatum: 19. Dezember 2025
Laufzeit: ca. 108 Minuten
Genre: Science-Fiction, Action, Drama, Katastrophe
Regie: Kim Byung-woo
Drehbuch: Kim Byung-woo, Han Ji-su
Hauptdarsteller: Kim Da-mi, Park Hae-soo
Streaming-Plattform: Netflix
komplette Besetzung
Trailer
↑ Zurück zum MenüHinter den Kulissen
Über die Dreharbeiten zu The Great Flood sind bislang nur wenige Details öffentlich bekannt. Der Film wurde überwiegend mit Studio-Sets realisiert, um die kontrollierte Darstellung des steigenden Wassers und der Innenräume zu ermöglichen.
Regisseur Kim Byung-woo ist für präzise inszenierte Thriller bekannt und setzte auch hier auf eine Kombination aus praktischen Effekten und digitaler Nachbearbeitung.
↑ Zurück zum MenüDrehorte
Konkrete Drehorte wurden von Netflix bislang nicht offiziell veröffentlicht. Bekannt ist lediglich, dass große Teile des Films in kontrollierten Studio-Umgebungen in Südkorea entstanden sind.
↑ Zurück zum MenüBesetzung im Detail
Kim Da-mi spielt die Wissenschaftlerin Gu An-na, die versucht, ihren Sohn und weitere Überlebende in Sicherheit zu bringen.
Park Hae-soo verkörpert Son Hee-jo, einen Mann, der im Verlauf der Katastrophe gezwungen ist, Verantwortung für andere zu übernehmen.
↑ Zurück zum MenüÄhnliche Filme
Train to Busan: Südkoreanisches Überlebensdrama unter Extrembedingungen.
Snowpiercer: Endzeitfilm mit sozialem Kommentar.
The Platform: Kammerspiel über menschliche Abgründe.